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Singen ist sexy

Wenn wir singen, erleben wir die

gleichen Glücksgefühle wie beim

Sex oder beim Essen!

Das Glückshormon Oxytocin wird

Beim Hören von Musik

ausgeschüttet.

Es beruhigt den Körper und wir

atmen durch das Singen tiefer ein als

normal. Dadurch gelangt mehr

Kohlendioxid in den Organismus,

nach kurzer Zeit gerät man in

einen Rauschzustand.

Außerdem wird mehr Immunglobin

A im Körper hergestellt. Dies stärkt

Das Immunsystem.

Aus der Geschichte der „Freundschaft”

 

Schon das Jahr, „das des Bundes Wiege war”, ziert den gemeinnützigen, menschenfreundlichen Zweck: In der edlen Absicht, Begräbnisse verstorbener Mitglieder für die Leidtragenden zusätzlich durch Grabgesang zu verschönern, gründeten sechs Männer des Beiertheimer Sterbekassenvereins im Mai 1862 den Gesangverein, der 10 Jahre später mit 30 Sängern und rund 100 Mitgliedern dem Bad. Sängerbund beitrat. Die Schulung des Chores durch eine Reihe tüchtiger Dirigenten - Ferdinand Käser und Albert Bier seien besonders herausgestellt - in Verbindung mit der persönlichen Begeisterung der Sänger für die Liedpflege in der Gemeinschaft und deren Einsatzfreudigkeit führte vor und nach der Jahrhundertwende zu beachtlichen Erfolgen des Vereins durch die Erringung mehrerer Ersten Preise, gekrönt 1913 in Kehl durch den Gewinn des la- und Großherzogspreises an der Spitze aller Stadtvereine. Als ältester Verein der Geselligkeit - mittlerweile hatte man schon die dritte Fahnenweihe gefeiert - prägte die „Freundschaft” in Beiertheim nicht allein den wesentlichen Teil des gesellschaftlichen Lebens, sondern trug durch ihre gesangliche und musikalische Aktivität auch zur Hebung des kulturellen Lebensstiles der Bürgerschaft bei.

Mit der Umstellung zu einem gemischten Chor von je 30-35 Sängerinnen und Sängern konnten die Jahre des I. Weltkrieges ohne Unterbrechung des Singbetriebes überbrückt werden. Eine in der Not der Nachkriegszeit entstandene Vereinigung mit dem „Turnerbund 1910” bestand bis 1922. Das im gleichen Jahr begangene 60-jährige Stiftungsfest sah, den Männergesangverein bereits wieder in selbständiger Regie.

Unter der Leitung befähigter Vorstände vermochte der Verein die schwierigen 20er- Jahre mit Inflation und zunehmender Arbeitslosigkeit ohne Einbuße an Sängern und Mitgliedern zu überwinden. Den misslichen Zeitverhältnissen zum Trotz steigerte die „Freundschaft” ihren Tätigkeitskatalog durch die Gründung einer rührigen Theaterabteilung unter der Anleitung von Anton Kölmel und Karl Rastätter, einer eigens beschafften Einbaubühne im „Stephanienbad” sowie durch die Aufstellung einer talentierten Hauskapelle. Ein monatlich gedrucktes Mitteilungsblatt verband die Mitglieder in und um Beiertheim auch den in Patenschaft genommenen neuen Siedlungsplatz Weiherfeld  zu einer einträchtigen Vereinsfamilie. Die geselligen, bunt ausgestatteten Veranstaltungen mit Theateraufführungen, nach 1926 infolge Saalmangels im eigenen Stadtteil in die südstädtische „Walhalla” verlegt, fanden großen Zuspruch und abseits des Alltags froh gelaunte Menschen.

Auch in diesen Jahren verhalfen sorgfältig wirkende Chorleiter Karl Bier, Dr. Weibelzahl, Max Nagel der Sängerschaft zu hervorragenden Bewertungen. Anlässlich des Preissingens beim Bruderverein „Eintracht” Bulach im Jahre 1927 konnte die „Freundschaft” mit ihrem 117 Sänger umfassenden Chor die beste Tagesleistung erzielen. Mit einer Fahnenabordnung von 9 Sängern wurde 1928 die Schubertmedaille des Deutschen Sängerfestes in Wien erworben. An den Festtagen 1932 zur 70-Jahr-Feier des Vereins beteiligten sich 14 Gesangvereine. Auch bei den Badischen Sängerfesten sowie den Deutschen Sängerfesten in Frankfurt und Breslau war die Beiertheimer "Freundschaft" jeweils mit Fahne und Abordnung vertreten. Freundschaftliche Verbindungen einschließlich gegenseitiger Besuche reichten 1935 bis zu Sangesfreunden im Saargebiet.

Unter Chormeister Kurt Ansmann stieg 1937 mit dem 75jährigen Jubiläum und der damit verbundenen 4. Fahnenweihe unter Teilnahme von 19 Gesangvereinen die letzte große Festlichkeit einer Ära, die im Gefolge des II. Weltkrieges jäh zur Neige ging und zur einstweiligen Auflösung des Vereins führte. Wenn diese von außen aufgezwungene Unterbrechung der Vereinsexistenz am Ende doch mit einer Segnung belohnt wurde, so war es die von Karl Beckert vorbereitete und durch Max Grässer verwirklichte Vereinigung der Sänger der alten „Freundschaft” mit den Sangesbrüdern des seit 1933 verbotenen Arbeitergesangvereins „Freiheit”. Mit der Wiedererstehung des Gesangvereins im Jahre 1946 unter seinem überlieferten Namen wurden Tradition und Erbe aus seiner Vergangenheit ausdrücklich anerkannt und in einer zu dieser Zeit zutiefst noch ernüchterten Lebenssphäre wieder aufgegriffen. Mit tatkräftigem Mut schuf sich die anfänglich bescheidene Sängerschar in der Welt der Trümmer ihren neuen und wieder sich aufbauenden Weg in die Zukunft des Vereins.

Wie sehr die Mühen für die Wiederfestigung des organisatorischen Bestandes samt der Qualifizierung des Chores förderlich waren, bewies im Juli 1952 das erste Nachkriegsfest aus Anlass der 90-Jahr-Feier mit wiederum 19 dazu erschienenen singenden Gastvereinen. Die Veranstaltung wollte der noch beziehungslos verharrenden Jugend einen Ansporn geben und sie dem Liede näher bringen. Es sollte aber auch verdeutlicht werden, dass es im Dienste am Lied bewahrenswerte Traditionen gibt, die der Nachwelt zu erhalten sind.

In der Periode des öffentlichen wirtschaftlichen Aufschwunges stand der Gesangverein unter der an seiner Existenz und seinem Gefüge rührenden Bedrückung durch das Ableben jener inzwischen alt gewordenen Mitgliedergeneration, auf deren Schultern alle Mühsal und Sorgen um das Fortbestehen der „Freundschaft” gelastet hatten. Das „Stumm schläft der Sänger” hallte über die Gräber derer, die ihr Leben lang dem Chor und Verein gedient hatten. Nur einige Namen seien hier stellvertretend für so viele andere angeführt: Ehrenvorstand Max Grässer (+ 1953), Hauptkassier Artur Liebig (t 1957), Ehrensängervorstand Hermann Schassner (+ 1959), längst amtierender Vorstand August Speck (+ 1966), Ehrenvorstand Karl Rastätter (+ 1970). Daneben war der Verlust fast der gesamten Zahl älterer Ehrenmitglieder, dabei Geistlicher Rat Paul Fleig, und verdienstvoller, von den Sängerbünden besonders verdienstvoller, von den Sängerbünden besonders geehrter langjähriger Sänger zu beklagen. Unter dem Eindruck des Hinscheidens dieser Generation resignierte der Chronist jener Jahre mit der Feststellung: Manchmal glaubten wir am Ende zu sein.

Und dennoch durften die Zurückgebliebenen nicht verzagen. Dass sie ihren Vorbildern nacheiferten, bleibt ihr hoch anzurechnendes, ehrenvolles Verdienst. Unter der Chorleitung von Gustav Benz konnte 1962 mit einem verjüngten, 35 Sänger zählenden Chor das hundertjährige Bestehen des Vereins mit einem glanzvollen Fest auf dem Schulhofplatz begangen werden. 1972 folgte unter dem Dirigenten Paul Felber das 110-jährige Jubiläum auf dem Festplatz der Turnerschaft mit einem Konzert- und Freundschaftssingen sowie großer Beteiligung der Einwohnerschaft.

 

Nach dem 110-jährigen Jubiläum im Jahr 1972 war die Anzahl der aktiven Sänger immer mehr zusammengeschrumpft. Es waren lediglich noch 13 Aktive im Verein. Man entschloss sich dem Trend der Zeit entsprechend zur Gründung eines gemischten Chores. Unter einigen Schwierigkeiten gelang es Frauen für den gemischten Chor zu gewinnen. Unter dem Chorleiter Paul Felber wurde dies ein großer Erfolg für den Verein. Es wurde neues Liedgut einstudiert. Das Interesse war groß, so dass die Anzahl der Aktiven auf 55 anstieg. In der folgenden Zeit wurde ein Jugend- und Kinderchor gegründet.

Im August 1975 wurden wir vom plötzlichen Tod unseres Chorleiters Paul Felber sehr tief getroffen. Sein Nachfolger wurde Albert Katzenberger.

In den folgenden Jahren beteiligte sich der Chor beim Badischen Liederfest in Mannheim, das 115-jährige Bestehen des Vereins wurde mit einem Liederabend durchgeführt. Vereinsausflüge wurden unter anderem mit einer Jubiläumsfahrt der AVG nach Ittersbach unternommen. Unvergesslich war für alle Beteiligten der Ausflug nach Rigi- Klösterli / Luzern.

Aus gesundheitlichen Gründen legte Albert Katzenberger seine Dirigententätigkeit nieder.

Von 1982 – 86 trat der Verein unter der Leitung von Alois Hönig bei diversen Vereinsfesten befreundeter Vereine auf. Es ging auch ein lang gehegter Wunsch, ein Sommerfest auf dem Gelände des Beiertheimer Schulhofes, in Erfüllung.

Nach dem 1986 A. Hönig seine Tätigkeit als Dirigent zur Verfügung stellte, wurde Frau Ingrid Czerwinski verpflichtet. Mit Ihr als Chorleiterin feierte der Verein sein 125-jähriges Vereinsjubiläum. Die Festveranstaltungen wurden über das ganze Jahr verteilt. Begonnen mit einer Gedenkfeier auf dem Friedhof Beiertheim, einem Sommerfest mit Festprogramm und „Buntem Abend“ auf dem Beiertheimer Schulhof, einem Kirchenkozert in der Kirche St. Michael im Herbst und letztendlich mit dem anschließendem Ehrungsabend im Pfarrsaal St Michael. Hier konnte als Festrednerin die damalige Sozialministerin des Landes Baden-Württemberg Frau Barbara Schäfer gewonnen werden. Teilnehmer waren auch der Präsident des Badischen Sängerbundes Herr Albrecht Münch sowie von der Stadt Karlsruhe der damalige Bürgermeister Gauly. Dieses Jubiläumsjahr fand bei Funk und Presse sowie der damaligen Bevölkerung große Beachtung.

Die folgenden Jahre waren ausgefüllt mit Vereinsfesten sowie der Unterstützung der örtlichen und befreundeten Vereine bei Konzerten und Liederabende der Sängergruppe und des Sängerkreises Karlsruhe.

Aus beruflichen Gründen legte Ingrid Czerwinski im Jahr 1990 ihre Tätigkeit nieder.

Als Nachfolger wurde Prof. Helmut Hofmann verpflichtet. Mit ihm wurde 1992 das 130-jährige Bestehen gefeiert. Nach bewährten Erfahrungen aus den vergangenen Jubiläen wurde das Festprogramm durchgeführt. Festredner des Ehrungsabends war der damalige Landtagsabgeordnete Wolfgang Mayer. Ein musikalischer Höhepunkt und für die Zuhörer unvergesslich war das Kirchenkonzert unter der Mitwirkung von 2 Sopranistinnen des Badischen Staatstheaters und eines Ensembles der Kapelle des Badischen Staatstheaters

Im Jahre 1993 legte Prof. H. Hofmann seine Dirigententätigkeit nieder. Sein Nachfolger wurde Egon Müller.

Im Jahr 1998 stellte Hans Graf nach 25-jähriger erfolgreicher Tätigkeit im Verein sein Amt als 1. Vorsitzender zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Dieter Kneller.

Leider wurde unser Chorleiter Egon Müller Im Jahre 1999 plötzlich aus unserer Mitte gerissen. Seine Nachfolgerin wurde Elena Beselt.

Im Jahre 2000 wurde die Chorgemeinschaft „Sängerbund“ Rüppurr und „Freundschaft“ Beiertheim beschlossen.

 

Auch im Jahre 2001 wurde der Verein von dem allzu plötzlichen Tod seines 1. Vorsitzenden Dieter Kneller überrascht. Die Geschicke des Vereins übernahm Wolfgang Wolz.

Der Verein präsentiert sich in Beiertheim alljährlich mit seiner „Winterfeier“. Die schon zur Tradition geworden ist.

Im Jahre 2002 übernahm Peter Graf das Amt des 1. Vorsitzenden und mit Ruth Popp wurde 2007eine  qualifizierte Chorleiterin verpflichtet.

Gestützt auf einen kleinen Kreis Sängerinnen und Sängern sowie passiver Mitglieder versuchen wir auch künftig im Dienste des Liedes und des Chorgesangs die „Freundschaft“ zu erhalten.

 

Mit solcher Zielsetzung rüstete sich der Gesangverein zum Fest seiner 150-Jahr-Feier im Rund seiner Mitglieder, Freunde und Gäste. Was ein längst verstorbener Sangesbruder einst in Verse kleidete, bleibt fortdauernde Bitte und Wunsch:

„Freundschaft: edler, schöner Name,

Freundschaft: liebes, trautes Wort. Wenn erklingen deine Lieder,

Hallen sie im Herzen fort.

Alle lehren uns geloben:

Edle Freundschaft, pflanz dich fort. Mögen Stürme uns umtoben,

Bleib du uns ein sich'rer Hort!”